Nachhaltig wirtschaften: Wo fängt man an?
Wenn Sie zum ersten Mal ernsthaft über Nachhaltigkeit in Ihrem Betrieb nachdenken, ist dieser Bereich für Sie. Keine Vorkenntnisse erforderlich.
Was bedeutet nachhaltiger Tourismus für kleine Betriebe?
Nachhaltiger Tourismus ist kein einheitliches Konzept. Der Begriff wird unterschiedlich verwendet: von Umweltorganisationen, von Reiseplattformen, von der EU und von Marketingabteilungen. Das führt zu Verwirrung, besonders bei kleinen Betrieben, die keine eigene Nachhaltigkeitsabteilung haben.
Im Kern geht es um drei Dimensionen. Die ökologische Dimension betrifft Energie, Wasser, Abfall und Lebensmittelherkunft. Die wirtschaftliche Dimension betrifft die langfristige Tragfähigkeit des Betriebs. Die soziale Dimension betrifft die Verbindung zur lokalen Gemeinschaft und die Qualität des Gästeerlebnisses.
Kleine Betriebe sind in vielen dieser Bereiche bereits aktiv, ohne es bewusst so zu benennen. Der erste Schritt ist oft, zu verstehen, was man bereits tut.
Was bedeutet was?
Häufig verwendete Begriffe im Bereich nachhaltiger Tourismus, kurz und ohne Fachjargon erklärt.
Greenwashing
Wenn ein Betrieb Nachhaltigkeit behauptet, ohne dass die tatsächlichen Maßnahmen diese Behauptung stützen. Das kann unbeabsichtigt passieren, etwa durch ungenaue Formulierungen in der Werbung. Greenwashing schadet dem Vertrauen und kann rechtliche Konsequenzen haben.
Ökologischer Fußabdruck
Ein Maß für die Umweltbelastung eines Betriebs, gemessen in Ressourcenverbrauch und CO2-Äquivalenten. Es gibt verschiedene Methoden zur Berechnung. Für kleine Betriebe sind vereinfachte Rechner ausreichend, um einen ersten Überblick zu bekommen.
CSRD
Die Corporate Sustainability Reporting Directive ist eine EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung. Sie gilt in erster Linie für große Unternehmen. Kleine Betriebe sind in den meisten Fällen von den Pflichtanforderungen ausgenommen, können aber freiwillig berichten.
Regionale Herkunft
Bei Lebensmitteln bezeichnet "regional" in Österreich typischerweise Produkte aus dem eigenen Bundesland oder aus angrenzenden Regionen. Die genaue Definition variiert. Wichtig ist, dass Betriebe die Herkunft kennen und korrekt kommunizieren.
Was Einsteiger häufig fragen
Nein. Ein Zertifikat ist ein externes Zeichen, das bestätigt, dass ein Betrieb bestimmte Kriterien erfüllt. Nachhaltigkeit entsteht durch tatsächliches Handeln, nicht durch ein Dokument. Viele kleine Betriebe wirtschaften nachhaltig, ohne jemals ein Zertifikat beantragt zu haben. Umgekehrt kann ein Zertifikat nicht garantieren, dass ein Betrieb tatsächlich nachhaltig handelt.
Das hängt von der Größe des Betriebs ab. Die meisten EU-Pflichten zur Nachhaltigkeitsberichterstattung betreffen Unternehmen ab einer bestimmten Größe, gemessen an Mitarbeiterzahl, Bilanzsumme und Umsatz. Kleine Pensionen, Bauernhöfe und Hotels fallen in der Regel nicht unter die Pflichtanforderungen der CSRD. Unser Webinar zu diesem Thema erklärt die genauen Schwellenwerte auf Basis öffentlicher EU-Dokumente.
Gäste, die bewusst reisen, achten auf konkrete Dinge: Woher kommt das Frühstück? Gibt es Möglichkeiten für naturnahe Aktivitäten? Wird mit lokalen Anbietern zusammengearbeitet? Ein Siegel an der Wand fällt weniger auf als ein Frühstückstisch mit Eiern vom Nachbarbauern und selbstgemachter Marmelade. Authentizität wirkt direkter als Zertifikate.
Nicht zwingend. Manche Maßnahmen kosten mehr, etwa energieeffiziente Heizanlagen oder bauliche Veränderungen. Andere sind kostenlos oder sogar günstig, etwa das Reduzieren von Lebensmittelverschwendung, das Bevorzugen saisonaler Zutaten oder das Bereitstellen von Wanderkarten statt Mietautos. Der erste Schritt ist immer die Bestandsaufnahme, was bereits vorhanden ist.
Der erste Schritt ist oft der einfachste
Wissen, woher die Frühstückseier kommen. Wissen, welcher Wanderweg direkt am Betrieb beginnt. Wissen, wie viel Strom pro Übernachtung verbraucht wird. Diese Informationen kosten nichts, außer etwas Zeit zur Recherche. Und sie sind die Grundlage für alles Weitere.
Unsere Webinare setzen genau hier an. Nicht bei abstrakten Konzepten, sondern bei dem, was Sie morgen früh auf Ihrem Frühstückstisch haben.
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